Re:Search | Künstliche Intelligenz im Design
KI als Werkzeug im Designprozess
Künstliche Intelligenz hat zahlreiche Branchen bereits tiefgreifend verändert, ist im Design-Kontext aber noch wenig sichtbar. Die Masterarbeit von Matthias Stütz mit dem Titel ”Künstliche Intelligenz im Designprozess - am Beispiel einer individuellen Mikromobilitätslösung für den Alltag“ nimmt diese Beobachtung als Ausgangspunkt und untersucht das Potenzial von KI als Werkzeug im industriellen Designprozess. Als konkreter Use Case wird dabei eine individuelle Mikromobilitätslösung für den urbanen Alltag entwickelt. Ziel der Arbeit ist es zu zeigen, ob und wie KI entlang zentraler Phasen des Designprozesses – von Research und Ideation über Formfindung und Konzeptentwicklung bis hin zur Ausarbeitung – als produktives, kreatives und strukturierendes Werkzeug eingesetzt werden kann.
Theoretische Grundlagen und neue Kompetenzen
Im theoretischen Teil werden die Grundlagen moderner KI-Systeme erläutert. Die Arbeit beschreibt deren Funktionsweisen, Stärken sowie Grenzen und arbeitet die Relevanz für aktuelle Gestaltungsprozesse heraus. Darauf aufbauend wird untersucht, wie Künstliche Intelligenz Arbeitsweisen verändern könnte, welche Kompetenzen Designer:innen künftig benötigen und welche Herausforderungen sich aus dem Einsatz generativer Modelle ergeben.
Von der Theorie zur Mikromobilitätslösung
Der Praxisteil überträgt diese Erkenntnisse direkt auf die Entwicklung einer alltagstauglichen Mikromobilitätslösung. Basierend auf einer Systemanalyse urbaner Mobilität, einer Umfrage, Mobilitätstagebüchern sowie Markt- und Nutzerforschung wird zunächst der Designraum definiert. Anschließend werden KI-gestützte Methoden, darunter einfache Sprachmodelle, generative Bildmodelle und multimodale Agenten, gezielt eingesetzt. Sie helfen dabei, Nutzungsbedarfe sichtbar zu machen, Konzeptvarianten zu generieren, Formsprachen zu entwickeln und Entscheidungsprozesse zu unterstützen. Die iterative Anwendung dieser verschiedenen KI-Tools führt zu zwei Gestaltungsansätzen, aus denen schließlich ein finaler Konzeptentwurf abgeleitet und weiter ausgearbeitet wird.
Die Arbeit zeigt deutlich, dass KI nicht als Ersatz, sondern als Erweiterung der gestalterischen Kompetenz verstanden werden sollte. Richtig eingesetzt beschleunigt sie Prozesse, vergrößert den kreativen Suchraum und ermöglicht neue Perspektiven auf komplexe Probleme – ohne dabei die Rolle des Menschen im Design zu marginalisieren.

